| Mittwoch, 21.02.2007 ::: 16:40 - 17:00 |
GBIF - eine open access Infrastruktur für dezentral verfügbare Information zur biologischen Vielfalt - Walter G. Berendsohn / Anton Güntsch |
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Die Globale Einrichtung für Biodiversitätsinformation (Global Biodiversity Information
Facility - GBIF) ist eine von Regierungen gebildete internationale Einrichtung mit dem
Zweck, Daten zur Vielfalt des Lebens unseres Planeten bereitzustellen. GBIF konzentriert
sich gegenwärtig auf so genannte primäre Biodiversitätsdaten ("primary biodiversity records"),
das heißt Daten bezüglich des Auftretens eines spezifischen Organismus in Raum und Zeit.
Diese Nachweise existieren als physische Exemplare in Naturhistorischen Sammlungen oder als
Unterlagen auf Papier oder bereits in elektronischer Form. Die Anzahl der Nachweise in
naturhistorischen und / oder biologischen Sammlungen weltweit wird auf ca. 1.5 bis 3
Milliarden geschätzt. Zusätzlich bestehen eine nicht spezifizierte Menge von
Beobachtungsdaten, die für eine Vielzahl von Zwecken gesammelt wurden, wie z. B. in
ökologischen Studien, im Rahmen von Vegetationskartierungen, Tierwanderungensdaten
(Vogelberingung) oder in der Landschaftsökologie. Gesammelt und systematisiert über
Jahrhunderte bilden sie das Archiv der globalen Artenvielfalt und dienen verschiedenen
wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Zwecken. Wichtige Nutzer dieser Informationen
kommen aus den Bereichen Systematik und Klimaforschung, Biotechnologie, öffentlicher
Dienst und Verwaltung. Aber auch in der Ausbildung, von der Schulklasse die ein
Naturkundemuseum besucht bis hin zu Universitätskursen zur Artenbestimmung, wird
digitalisiertes Material aus Naturkundesammlungen verwendet. |
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Walter Berendsohn studierte Biologie an der Universität von Hamburg, der University of the
West Indies (Mona) und an der Freien Universität Berlin, von der er sein Diplom 1985
erhielt. Von 1983 bis 1986 war er als Berater, 1987 bis 1990 als Forschungsdirektor am
"Jardín Botánico La Laguna" in El-Salvador tätig; 1990 promovierte er an FU Berlin mit einer
vegetationskundlichen Arbeit und wurde Kustode am Botanischen Garten und am Botanischen
Museum Berlin-Dahlem; 1991 Oberkustode und Leiter des neu gegründeten Referats Elektronische
Datenverarbeitung und Dokumentation; 1998 Leiter der Abteilung Biodiversitätsinformatik und
Labors; 2000 Direktor und Professor. Gegenwärtig widmet er sich hauptsächlich den
Informationssystemen in der Biodiversitätsforschung. Er schrieb einige Datenmodelle und
koordiniert seit 1993 EU-Projekt- oder Projektarbeitspakete mit zahlreichen Partnern, so
seit kurzem das Arbeitspaket "Internet-Plattform für Cybertaxonomy" im EU-Exzellenznetzwerk
EDIT (European Distributed Institute of Taxonomy). Er war und ist auch als Koordinator für
Bundesprogramme in der Biodiversitätsinformatikforschung in Deutschland tätig, war
Delegierter für die Europäische Kommission in der OECD Megascience Arbeitsgruppe für
biologische Informatik und ist jetzt Mitglied der deutschen Delegation im GBIF
Steuerungsgremium. Weitere Tätigkeiten schließen den Vorsitz der Koordinationsgruppe
von GBIF - Deutschland, der internationalen Standardorganisation für
Biodiversitätsinformationen, des wissenschaftlichen Unterausschusse für die
Digitalisierung von Sammlungen bei GBIF und der CODATA Arbeitsgruppe für den Zugang
zu biologischen Sammlungsdaten ein. |
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